Wo kommt die Bezeichnung Dukat her und was bedeutet sie ?

Dukat ist die Bezeichnung für eine Goldmünze im Gewicht von 3,52 g. Sie besteht aus fast reinem Gold. Der genau Goldgehalt ist 986/1000 fein. Vermutlich wurde die Bezeichnung abgeleitet vom letzten Wort „Ducatus“ in der Umschrift der venezianischen Goldmünzen seit 1284. Ganz genau lautete die Umschrift auf den venezianischen Zecchinen (Sit tibi Christe datus quem tu regis iste ducatus). Übersetzt bedeutet diese Umschrift: Dir, Christus, sei dieses Herzogtum, welches du regierst, gegeben.

In Kurbrandenburg die ersten Dukaten im 16.Jahrhundert

Die ersten Dukaten sind 1560/66 gemünzt worden. Aufgrund ihres hohen Wertes sind beide Sorten gerne zur fürstlichen Repräsentation genutzt worden. Eine Besonderheit stellen die aus dem Gold der brandenburgischen Kolonie Neu-Guinea 1682-1696 gemünzten Guinea-Dukaten dar. Diese Dukaten wurden in Berlin geschlagen nachdem der Große Kurfürst 1682 die Kolonie Groß Friedrichsburg an der Küste von Guinea gegründet hatte. Die Münzkosten für diese Goldmünze waren sehr hoch. Der Große Kurfürst soll gesagt haben, dass ihn die Herstellung eines Guineadukaten zwei Dukaten koste. Es fanden und finden sich noch immer viele Liebhaber für dieses Wahrzeichen . Es kennzeichnet u.a. die frühe Kolonisierung durch einen deutschen Fürsten.

Guinea Dukat

Guinea Dukat 1692 Kurfürst Friedrich III. Foto Künker Auktion 348 Los Nr. 3002

Guinea Dukat

Guinea Dukat 1692 Kurfürst Friedrich III. Foto Künker Auktion 348 Los Nr. 3002

König von Preussen

Dukat 1708 Friedrich I. ; Auktion 353 Künker Los 3156

König von Preussen

Dukat 1708 Friedrich I. ; Auktion 353 Künker Los 3156

Dukaten unter Friedrich II. (Der Große) 1740-1786

Als die Nachricht vom Tode des ungeliebten Königs Friedrich Wilhelm I. den Hof des Kronprinzen in Rheinsberg erreichte, löste das – wie vielfach in Preußen – Freude und große Erwartungen aus. Eine Anekdote besagt: In der freudigen Erregung wurde ein Tisch umgestoßen. Auf diesen hatte der Baron von Bielfeld seine Börse ausgeleert. Als dieser nun anfing sein Bargeld wieder einzusammeln, hielt ihm sein Freund Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff entgegen; „Wozu Groschen aufklauben, wo es doch ab morgen Dukaten regnet.“

Dukat

Dukat 1737 Friedrich Wilhelm I. : Foto Münzkabinett Berlin

Dukat

Dukat 1737 Friedrich Wilhelm I. : Foto Münzkabinett Berlin

Friedrich II. ließ sie, wie Knobelsdorff es hoffte, zwar nicht regnen – auch zum Regierungsantritt nicht -, doch sind sie bis 1750 regelmäßig jedes Jahr in Berlin und seit 1743 auch in Breslau gemünzt worden. Sie waren das international übliche Handelsgeld. Jedermann konnte sie gegen Lieferung von Edelmetall oder Bezahlung in der Münzstätte bestellen. Der Dukatenschlag bildete eine Nebeneinnahmequelle der Münzmeister. Nicht nur mit den Dukaten setzte Friedrich II. bei den Goldmünzen die unter Friedrich Wilhelm I. übliche Praxis fort. Der hatte 1737 große Goldmünzen im Wert von 10 Talern (Wilhelmsdor) und 5 Talern (Halbwilhelmsdor) überhaupt erst in Preußen eingeführt. Bis dahin hatte man nur die kleineren Dukaten. Friedrich teilte diese Vorliebe seines Vaters für diese preußische Neuschöpfung. Er übernahm beide Sorten, wobei nur die Hierarchie geändert wurde. Das Fünftalerstück (die klassische Pistole) wurde zur Basis. Das Zehntalerstück zum Doppelstück. Also wurde somit der Halbwilhelmsdor zum Friedrichsdor und der Wilhelmsdor zum Doppelfriedrichsdor.

Friedrich II. Der Große

Dukat 1747 Friedrich II. Foto Münzkabinett Berlin

Friedrich II. Der Große

Dukat 1747 Friedrich II. Foto Münzkabinett Berlin

Die Ausweitung der preußischen Goldmünzprägung

Sie steht im Zusammenhang mit Abwehrmaßnahmen gegen überhandnehmende ausländische, meist holländische untergewichtige Dukaten und begann 1749. Sie wurden im Edikt vom 14.Februar verboten und sollten innerhalb von drei Monaten entweder bei den Kassen eingeliefert oder außer Landes geschafft werden. Die daraufhin abgelieferten etwa 80.000 Dukaten wurden in Friedrichsdor umgemünzt. Trotzdem fehlte es immer noch an guten Dukaten und anderen Goldmünzen. Auch fehlte es an Kleinmünzen in Silber, so dass Friedrich am 17. September 1749 den für das Münzwesen zuständigen Minister Viereck anwies, jährlich Dukaten für eine Million Taler und Scheidemünzen für 4-5 Millionen Taler zu prägen.

Friedrich II. Der Große

Dukat 1754 Friedrich II. Foto Münzkabinett Berlin

Friedrich II. Der Große

Dukat 1754 Friedrich II. Foto Münzkabinett Berlin

Der Dukat wird im Königreich weiter geprägt

Obwohl es den Doppelfriedrichs d´or und den Friedrichs d´or gab wird der Dukat weiter geprägt. Die offiziellen Goldmünzen waren die Friedrichs d´or (Pistolen) zu 5 Talern. In vielen Teilen Europas (norddeutsche Küstenländer, Süddeutschland, Niederlande und Osteuropa) war jedoch der Dukat die gängige Goldmünze. der Handel mit diesen Ländern führte daher zur weiteren Ausprägung von Dukaten. Unter Friedrich Wilhelm III. wird 1803 in der Münzstätte Bayreuth noch eine Goldmünze als Dukat geprägt. Diese hat heute eine solche Seltenheit, dass sie nur zum Liebhaberpreis erhältlich ist. Diese Goldmünze war im Königreich Preußen, der letzte Dukat welcher geprägt wurde.

Dukaten

Dukat 1787 Friedrich Wilhelm II. ; Foto Auktion Künker 353 Los 3891

Dukaten

Dukat 1787 Friedrich Wilhelm II. ; Foto Auktion Künker 353 Los 3891

 

 

 

Quellen: „Für 8 Groschen ist´s genug“ Friedrich der große in seinen Münzen und Medaillen; Bernd Kluge • Elke Bannicke

„Die Münzen König Friedrichs II. von Preussen 1740 – 1786“; Berliner Numismatische Forschungen Neue Folge, Band 10

Münzkataloge Nr. 348 und 353 des Auktionshauses Künker

Die Münzen Friedrich des Großen, Manfred Olding

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